TV-Klassiker

Hier erscheinen in loser Folge kurze redaktionelle Beiträge über historische Musiksendungen.

American Bandstand
beat beat beat
Beat-Club
Beat Room
Colour Me Pop
disco Spiellisten
Don Kirshner´s Rock Concert
Ed Sullivan Show
Elf 1/2 Musiksack
Hullabaloo
Hits A Gogo
Later with Jools Holland (Spiellisten)
Midnight Special

Musikladen
Musikladen Spiellisten
Music Scene
Old Grey Whistle Test
Pop 2
Ready, Steady, Go
Rockpalast
Saturday Night Live Setlist
Shindig
Smothers Brothers Comedy Hour
Supersonic
Top of the Pops
Where The Action Is

American Bandstand

American Bandstand startete als lokal begrenztes Format bei WFIL-TV in Philadelphia im Jahr 1952. Damals nannte sich die Show noch Bob Horn´s Bandstand. Ab Juli 1956 moderierte der 26-jährige Dick Clark die Sendung. Als ABC die Show übernahm, bekam sie den neuen Namen American Bandstand. Die erste Folge ging am 5. August 1957 über den Sender.

Der allererste Song dieser landesweiten Ausstrahlung war Jerry Lee Lewis´ "Whole lotta shaking going on". In den ersten sechs Jahren wurde die Sendung jeden Nachmittag an Werktagen ausgestrahlt. Von 1963 bis 1987 kam sie dann einmal wöchentlich am Samstag Nachmittag. Nicht zuletzt durch das Vorführen angesagter neuer Tänze wie Jive, Slop und Bop errang American Bandstand bei den Jugendlichen einen äußerst hohen Popularitätsstatus. Die Show wurde darüber hinaus zum Sprungbrett für viele Rock´n Roll Stars der ersten Stunde, unter ihnen Bill Haley and the Comets, Buddy Holly, Connie Francis, Bobby Darin, Fabian und Ritchie Valens.

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Ein ausführlicher Artikel zum Beat-Club ist hier zu finden.

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The Beat Room

“The Beat Room” hieß eine kurzlebige von Barry Langford produzierte Sendung der BBC, die zwischen Herbst 1964 und Anfang 1965 auf dem damals noch neuen Sender BBC 2 ausgestrahlt wurde. BBC 2 galt als Minderheitenstation, die deshalb exotischere Inhalte präsentieren konnte, als BBC1. Besonders exotisch war für die damalige Zeit, als Popmusik im Fernsehen noch kaum verbreitet war, eine Reihe auszustrahlen, die ihren Schwerpunkt auf Rhythm and Blues setzte wie der Beat Room. Während das nur kurz zuvor gestartete „Top Of The Pops“ aktuelle Hits mit lippensynchronen Auftritten der Künstler präsentierte, ging es bei Beat Room jedes Mal 30 Minuten lang rau und live zu. Ein Beispiel dafür ist die komplett erhaltene Folge vom 5. Oktober 1964. Darin traten folgende Interpreten auf: Tom Jones, John Lee Hooker mit den Groundhogs, die Kinks, Julie Rogers, Wayne Gibson and The Dynamic Sounds und die Syndicates mit dem blutjungen Steve Howe an der Gitrarre.

BBC 4 hat diese Folge Anfang 2007 ausgestrahlt, Teile davon waren auch in der Reihe „Sounds OF the Sixties“ zu sehen. Vor allem der energiegeladene Auftritt des als Balladenkönigs bekannten Tom Jones mit einer Beat-Band überrascht. Was Jones hier zeigt, lässt vermuten, dass aus ihm auch ein erstklassiger Rocksänger hätte werden können. Viel mehr als diese eine Show ist aber wohl von The Beat Room nicht erhalten geblieben. Schade, denn zu den Bands, die dort gastierten, gehörten Brian Poole and the Tremeloes, Manfred Mann, the Moody Blues, die Rolling Stones, Sonny Boy Williamson, Little Walter, Chris Farlowe, Long John Baldry und die Pretty Things. Unter den von der BBC gelöschten Ausgaben gehört z. B. ein 90-minütiges Neujahrs-Special, in dem die Kinks noch einmal auftraten. Da die Folgen nicht live ausgestrahlt wurden, müssen zumindest Konserven existiert haben. Zum Sendekonzept des Beat Room gehörten von Gastgeber Pat Campbell gesprochene Überleitungen zwischen den Auftritten, bei denen der Moderator nicht zu sehen war. Die Sendungen fanden vor Publikum statt und waren bereits gespickt mit Tanzeinlagen von Go-Go-Girls, den Beat-Girl, die später auch in anderen Formaten zu Popularität kamen.

The Beat Room, Colour Me Pop und andere britische Shows

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Colour Me Pop

Während der britische Hauptsender BBC 1 immer noch ausschließlich in schwarzweiß sendete, experimentierte das “Minderheitenprogramm” BBC 2 bereits ab 1967 mit Farbsendungen. Eine davon - und für Rockfans wohl die interessanteste - war Colour Me Pop - zunächst als 25-minütiger Ableger der von Steve Turner produzierten Show „Late Night Line-up“. Ende Dezember 1967 wurde eine Pilotfolge mit der Jimi Hendrix Experience aufgezeichnet, dann aber nicht gesendet und – um das Unheil noch zu steigern – gelöscht!

Erst im Juni 1968 ging dann die erste offizielle eigenständige Folge mit Manfred Mann über den Sender. Eine andere Quelle nennt September 1968 als Starttermin und die Hollies als erste Band. In der zweiten Ausgabe stellten jedenfalls die Small Faces ihr damals aktuelles Album „Ogdens Nut Gone Flake“ vor. Diese komplett erhaltene Folge zeigt auch schon das simple Konzept von „Colour Me Pop“. Eine Band spielt entweder live, teilweise live oder komplett lippensynchron in einem kleinen Studio. Zwischendurch gibt es ein paar Moderationen (manchmal auch nicht) und das eine oder andere Promovideo zu sehen. Im Falle der Small Faces kommt leider die komplette Musik vom Band und nur ein paar Vokalteile sind live gesungen. Dennoch hat die Folge ihren Scharm und ihre Faszination. Ebenso wie die Ausgabe mit den Move vom Januar 1969, die mehr Livemusik bietet, wenn auch hier einige Stücke vom Band kommen.

Insgesamt 50 Folgen wurden von Colour Me Pop produziert, von denen aber nur fünf erhalten sind, darunter die beiden genannten, dazu eine mit Trapeze, eine mit den Chamber Brothers (nie gesendet) und die vom 14. September 1968 mit den Moody Blues. Einzelne Stücke von den Moody Blues, Small Faces und The Move wurden für die BBC-Reihe "Sounds Of The Sixties" verwendet, die erstmals 1991 im britischen Fernsehen lief. Leider für immer verschwunden sind die Auftritte von Jethro Tull, Love Sculpture, Caravan, Giles Giles and Fripp, The Kinks, The Hollies, The World Of Oz, Timebox, Gene Pitney and viele andere.

Zwei Songs aus der Reihe „Sounds Of The Sixties“ wurden dort irrtümlich ebenfalls Colour Me Pop zugeordnet – einer von Frank Zappa und einer von der Bonzo Dog Doo Dah Band. Das Zappa-Stück stammt aus einer Folge von "Late Night Line Up" und wurde in demselben Studio gefilmt, in dem auch später The Old Grey Whistle Test aufgezeichnet wurde. Die Zuordnung der Bonzos ist dagegen bisher noch nicht gelungen. „Colour Me Pop“ ging im Januar 1970 in der von Tommy Vance moderierten Sendung „Disco 2“ auf, auf die ab 1971 „The Old Grey Whistle Test“ folgte.

The Beat Room, Colour Me Pop und andere britische Shows

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Don Kirshner´s Rock Concert

Don Kirshner, Jahrgang 1934, machte sich in den USA schon in den 1950er und 60er Jahren einen Namen als Musikproduzent und Komponist. Unter anderem gilt er als der Mann hinter den Retortenbands Monkees und Archies. Rockfreunden ist er jedoch in Erinnerung geblieben als der Macher und hölzerne sowie eher „uncoole“ Ansager des Formats „Don Kirshner´s Rock Concert“.

Neben „The Midnight Special“ war die Sendung viele Jahre lang (1973-1981) in den USA die einzige Plattform für Rockbands, sich einem größeren Fernsehpublikum live zu präsentieren. Die Zuschauermassen hielten sich aber durch die späte Sendezeit – ABC strahlte jeweils Sonntags um 1 Uhr nachts aus – in Grenzen. Auch die Laufzeit war mit meist einer knappen halben Stunde nicht gerade üppig und beschnitt das Konzertvergnügen recht schonungslos. Dennoch gehört DKRC zu den Highlights des Rockmusik-Fernsehens weltweit.

Wo sonst hatte man die Gelegenheit – wenn auch damals nur in den USA – Bands wie Black Oak Arkansas, Kiss und Alice Cooper live zu erleben, wenn nicht direkt im Konzert? Anders als bei anderen Musikshows im TV kam bei DKRC das Live-Feeling ungefiltert und ohne großes Unterhaltungs-Beiwerk rüber. Die Bands gaben einfach vor einem recht großen Publikum ihr Konzert. Ende der 70er Jahre wurde das Livekonzept mit lippensynchronen Beiträgen verwässert. Und so wundert es nicht, dass für Kirshners Show ziemlich genau mit dem Erscheinen von MTV das Aus kam. Rockvideosammler in aller Welt dürfte gefreut haben, dass der Sender VH1 Mitte der 90er Jahre zwölf der Rock Concerts wiederholt hat. Eine Veröffentlichung auf DVD steht aber größtenteils noch aus. Einer von drei Auftritten von Uriah Heep ist jedoch inzwischen bei Classicrock als „Classic Heep Live From The Byron Era“ auf DVD erschienen. Einige Stücke von Wishbone Ash gibt es auf der DVD „Phoenix Rising“ zu sehen.

Die Rechte an der DKRC-Reihe liegen inzwischen bei der New Yorker Firma „Historic Films“. Deren Präsident Joe Lauro vermeldet den guten Zustand der Bänder und die preiswerte Möglichkeit für Livematerial Lizenzen zu erwerben. Zitat: "Another great thing about the program is that most of the performances are live, therefore making it less expensive for potential licensees, since the sync rights do not need to be cleared.

We have spent the past 4 months transferring all the original programs from their 2 inch quad masters to DigiBeta, including several hundred hours of rehearsal and outtake footage, and are at the final stages of adding all the performances to our online data base (www.historicfilms.com). Fortunately, most of the programs were in excellent condition, so the transfers are stunning, with very little dropout or problems, which often occur with older Quad tapes.

We were fortunate”, says Mr. Lauro, “that the Quad tapes all played quite nicely on our in-house machines. All of the 230 programs were on large 90 minute reels with the added bonus of original pop-oriented commercials intact. The library also includes several thousand music promos from the pre-MTV period, many of which are quite rare today.”

Zu den Gästen von DKRC gehörten: Eagles, King Crimson, Rolling Stones, Harry Chapin, Black Sabbath, Van Halen, Rare Earth, Leon Redbone, Rush, REO Speedwagon, Rufus Thomas, Earth/Wind/& Fire, ELO, Kansas, Ike and Tina Turner, Jim Croce, Argent, Uriah Heep, Bad Company, Def Leppard, Foghat, Joe Walsh, Johnny Winter, Steppenwolf, Ramones, Kiss, Boston, Lou Reed, Deep Purple, Neil Young, Byrds, Kansas, Fleetwood Mac u.v.a.

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The Ed Sullivan Show

Meist sind Talkshow-Moderatoren charmant und komeptent vor der Kamera jedoch nicht immer besonders geschäftstüchtig jenseits des Bildschirms. Ed Sullivan war genau das Gegenteil. Auf der einen Seite altmodisch und hölzern sowie anfällig für verstolperte Ansagen und Interviews. Auf der anderen Seite war er ein begnadeter Talent-Scout. Zahllose Künstler gaben bei ihm ihr Debut oder zeigten ihre besten Auftritte. Sullivan wusste am besten von allen, wie man große Acts verpflichtet.

Im Juni 1948 startete er seine Karriere bei CBS mit der Show "The Toast of the Town". Schon für dieses Format konnte er Stars wie Dean Martin und Jerry Lewis anheuern. Eine Unterhaltungsshow bietet Unterhaltung. Doch keine war so eklektisch wie die von Sullivan, bot so viel Mischmasch - von der Puppenshow bis zur Oper. Und so waren die Kritiken entsprechend negativ. Nichtsdestotrotz hatte die Sendung Erfolg und wurde bald zur Sonntags-Abend-Institution.

1955 änderte sie ihren Namen in "The Ed Sullivan Show". Und im folgenden Jahr brach sie alle Zuschauerrekorde mit dem Auftritt des Shooting-Stars Elvis Presley. Diesen wollte Sullivan gar nicht erst einladen wegen dessen angeblich zu obszöner Bühnenshow. Um die Hüftschwünge des King nicht zeigen zu müssen, ließ Sullivan Presley nur von der Brust an aufwärts filmen.

Zu den konstanten Größen der Sendung gehörten die Toastettes – eine sechsköpfige Tanztruppe und das Ray Bloch Orchester. Ihr Debut im US-TV gaben bei Sullivan so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Bob Hope, Albert Schweitzer, Fred Astaire und nicht zuletzt die Beatles. Ihr erster Auftritt am 9. Februar 1964 ist bis heute mit 60 Prozent Einschaltquote eine der meist gesehenen Fernsehübertragungen aller Zeiten. Die Beatles öffneten in diesem Jahr vielen weiteren britischen Bands die Türen in die neue Welt, allen voran den Rolling Stones.

Auch mit ihnen hatte Ed Sullivan seine Schwierigkeiten. Nach ihrem ersten Gastspiel waren sie zunächst aus der Sendung verbannt – zu rüde Bühneshow. Später musste Mick Jagger aus "Let´s spend the Night together" "Let´s spend some Time together" machen – unvergessen seine verzogene Miene bei dieser Zeile. Doch er tat es - im Gegensatz zu Jim Morrison. Er sollte auf die Zeile "Girl we couldn´t get much higher" verzichten. Er sang "Light my Fire" dennoch komplett und wurde ebenfalls aus der Show verbannt. Bob Dylan trat gar nicht erst auf, weil er den Politsong "Talkin John Birch Societey Blues" nicht vortragen durfte.

Trotz dieser Widrigkeiten bleiben die Auftritte der Beatles, Stones, Animals (siehe Foto), Doors, von Janis Joplin und Creedance Clearwater Revival unvergessen. Die Bands spielten teilweise live, teils halb-playback und teils vollständig lippensynchron. Die Ed Sullivan Show war die am längsten laufende Unterhaltungssendung in der Fernsehgeschichte. Als den CBS-gewaltigen das Format nicht mehr jugendgemäß erschien, wurde sie 1971 eingestellt.

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Elf 1/2 Musiksack

Früher gab es im ARD Sonntags um 11: 15 Uhr eine Sendung genannt 11 1/2, die abwechselnd von den der ARD angeschlossenen Sendeanstalten produziert wurde. Ihr Konzept: Eine Mischung von Musik und Information zu bestimmten Problematiken, wobei die Musik lediglich die Funktion eines Transportmittels hatte; sie sollte die Jugendlichen überhaupt erst von den Bildschirm locken. Resultat: Wen die Musik interessierte, war erbost über das "Gerede" dazwischen, wen gerade das interessierte, der verwünschte die "störende Musik". Konsequenz: Auf der einen Seite eine Sendereihe, die nur jugendproblematische Inhalte hat (So. Dokumentarfilme über ein Thema), auf der anderen Seite eine reine Musiksendung, deren informativer Teil sich nur auf die/den jeweils vorgestellten Musiker bezieht. Als dieser Entschluß 1975 gefaßt wurde, hatte die Redaktion Jugend beim WDR zwar noch einige Studiotermine frei und etwas Geld, nicht aber Sendetermine, weder im 1. noch im 3. Programm. Also wurden die damals entstandenen Produktionen (z.B. mit Brinsley Schwarz, Allen Price und Steeleye Span) erst einmal auf Eis gelegt.

Wie es weiterging, wird jedem klar sein: Solche Aufnahmen sind hervorragende Weihnachtsgeschenke für das jugendliche Fernsehvolk. Man brachte sie zusammen mit einigen Wiederholungen in dem Weihnachtssonderprogramrn 75/76 in den vereinigten 3. Programmen (WDR und die sogenannte Nordkette, damit sind alle Sender nördlich der Mainlinie gemeint). Der Titel dieser Sendereihe war "11 1/2 Musiksack", man konnte ihn 16 Tage täglich sehen. Im Zuge der Diskussion innerhalb des WDR zwischen der Jugendredaktion und den Programmverantwortlichen um ein regelmäßig ausgestrahltes Jugendprogramm hatte Peter Rüchel (Leiter der Redaktionsgruppe Jugend) und die Seinen dann Erfolg: Seit Anfang '76 werden folgende Sendungen regelmäßig ausgestrahlt: 1. Montag im Monat 'Pipeline', 2. Montag im Monat 'Stifte & Co.', 3. Montag 'Rockpalast' (so taufte man den 11 ½ Musiksack um), 4. Montag kein Etat, daher Termin für Wiederholungen und 5.Montag, wenn vorhanden, noch einmal 'Rockpalast'. Für diese Entscheidung war nicht zuletzt die "phänomenale Zuschauerpost" (Peter Rüchel) der 'Musiksack'/'Rockpalast'-Fans ausschlaggebend, eine Zuschauerpost, die zu 99% aus positiven bis euphorisch­schwärmenden Zuschriften besteht: "Endlich weiß ich, wofür ich Fernsehgebühren bezahle! ".

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Hits a Gogo

Dies ist die gekürzte Version eines Aufsatzes von HITS A GOGO Musikredaktor Mani Hildebrand. Während rund 15 Jahren hat Mani Hildebrand die Pop- und Rockmusik am Schweizer Fernsehen stark geprägt. Von 1968 bis 1984 hat er als Musikreaktor unzählige Sendungen auf den Bildschirm gebracht und redaktionell betreut.

Programmassistent für Beat- und Jazzsendungen gesucht ! So hieß das damals noch und stand es in diesem Stelleninserat. Und ich habe mich gemeldet. Von meinem Vorgänger übernahm ich HITS A GOGO, seit 1967 die erste Beatsendung auf dem Schweizer Kanal. Drei Wochen nach meiner Anstellung war ich auf Sendung, die erste farbige Eröffnungssendung an der FERA und ich mittendrin. Wenn ich heute mein Foto von damals ansehe muss ich lachen und denke die hätte damals wohl ein naives Kind angestellt. Und so absurd ist das nicht – ich habe meine Sendungen oft als meinen Spielplatz angeschaut. Aber die Realität war natürlich anders. Ich produzierte eine aufwändige Musiksendung in Koproduktion mit dem SWF/NDR/HR für die Schweiz und die Deutschen Sender.

 

Ich musste einen Weg zwischen meinem eigenen Geschmack und Musikempfinden und dem Konsumverhalten der Zuschauer finden. Es war mir wichtig nicht nur Bekanntes zu reproduzieren, sondern auch Neues zu entdecken. Ich wollte Musiker als Künstler akzeptieren aber musste oft durchsetzen, dass auch die Arbeit von Redaktor und Regisseur als kreativer Prozess verstanden wird. In meiner Erinnerung ist uns das mehrheitlich gelungen. HITS A GOGO wurde im Hauptabendprogramm zur besten Sendezeit ausgestrahlt. Ungewöhnlich ! Ich habe jahrelang die Unterstützung der Programmleitung für diese und andere Musiksendungen bekommen. Man wollte diese Farbe unbedingt im Programm. Entsprechend niedrig waren die Einschaltquoten und entsprechend hoch die Reklamationen.

 

Für die erwachsenen Konsumenten, für Eltern war ich als Macher derjenige, welcher die ganze Schweizer Jugend mit diesen langhaarigen, undisziplinierten, lauten und egozentrischen Musikern verdirbt. Aber wenn Jugendliche verderben mir und anderen soviel Spass machte, dann liess ich mir das nicht entgehen – schmunzel ! Natürlich gab es auch für mich Grenzen des Geschmacks. Und so schlecht ist die Schweizer Jugend wohl wegen mir nun doch nicht geworden. Das Ende von HITS A GOGO war dann allerdings ein Umdenken in der Programmierung. Der Hauptabend sollte in Zukunft Sendungen mit einem grossen Publikumszulauf reserviert bleiben. Dazu kam, dass es immer schwieriger wurde Künstler live nach Zürich zu holen. Es war inzwischen einfacher den entsprechenden Musikclip statt den Interpreten selber um die Welt zu schicken. Schade!

 

HITS A GOGO schaffte es bis 1973 immer wieder Trends zu setzen, Spitzengruppen nach Zürich zu holen, musikalische Veränderungen aufzufangen oder gar zu starten.. Unsere Besetzung war international und darum vielleicht sogar in vielen Fällen überraschend. Wir haben immer wieder nach originellen Ideen gesucht, mit Spiegeln und Farben hinter den Kulissen psychedelische Muster auf die Rückpro gezaubert, ich habe die Gogo Girls choreographiert, die aller ersten Videoclips schon 1968 ausgestrahlt, mit kurzen Beiträgen über Modetrends berichtet, wir haben mit Kameraeffekten experimentiert. Es hat echt Spass gemacht – meine Lehrzeit war wirklich ein fantasievoller, grenzeloser Spielplatz. Nicht nur für mich ! Sehr viele Mitarbeitende im Bereich Licht, Kamera, Ton habe wahrscheinlich genau wie ich auch mit Hits à Gogo ganz außerordentliche berufliche und gestalterische Erfahrungen gemacht.

 

Meistens (aber nicht immer) lag ich mit meiner Musikauswahl wirklich im Trend und sehr viele der aktuellsten Gruppen waren mit ihren Hits bei uns zu Gast – zum Beispiel Golden Earring (Foto), Shocking Blue, Stealers Wheel und Argent. Und manchmal war ich einfach dem Trend voraus und habe mich auf mein Gespür verlassen. Wenn mich ein Künstler, sein Song, ein Text persönlich berührt hat, habe ich mich oft entgegen anderer Meinungen durchgesetzt. Zwei Künstler an welche nur ich glaubte und sonst niemand – Elton John und David Bowie verdanken mir ihre Erstauftritte. Bin ich stolz darauf? Nein – einfach recht gehabt. Natürlich war in dieser Zeit die Jugend in Aufregung und wir haben oft diskutiert, ob unsere Sendung auch ein politisch-musikalisches Statement sein sollte. Ich hatte meine Zweifel, denn grundsätzlich waren wir eine Unterhaltungssendung. Ausschliessen wollte ich es aber auch nicht. Denn im Bereich der Liedermacher und der engagierten Musiker waren wirklich viele differenzierte Songs und Meinungen entstanden. Das Problem war nur, dass ich mit den Polit-Barden meist nicht einig wurde, denn sie sahen das Fernsehen oft als Feindbild oder nur als Sprachrohr für ihre Agitation an. Als die Gruppe „The Nice“ in der Sendung mit einem Messer als Demonstration gegen den Vietnam-Krieg auf der Hammondorgel eine amerikanische Flagge erdolchten und markerschütternde Töne produzierten, fand ich das eigentlich ein politisch-kreatives Statement und durchaus okay. Mein Produzent war damals nicht gleicher Meinung und ich musste den Musikern dieses Zwischenspiel verbieten.

 

HITS A GOGO war bis 1973 eine musikalische Plattform für Hits, Stars, Neuentdeckungen, Senkrechtstarter und auch ein Sprungbrett für viele Schweizer Gruppen. Leider ist von diesen Sendungen in unserem Archiv nicht mehr viel vorhanden. Allzu oft wurden Bänder gelöscht und meines Wissens hat ein Wasserschaden an der Kreuzstrasse viele dieser Dokumente zerstört. Nach HITS A GOGO produzierten und realisierten wir von 1973 bis 1984 die Sendungen POP SZENE und MUSIC SCENE.

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Hullaballo

Hullabaloo ähnelte der etwas eher gestarteten Show Shindig stark. Die Reihe wurde wie jene ebenfalls nur anderthalb Jahre lang ausgestrahlt, von Januar 1965 bis zum Herbst 1966. Die Sendezeit betrug zunächst eine halbe Stunde, dann eine ganze (Frühjahr 1965) und schließlich wieder eine halbe Stunde (ab Herbst 1965). Erkennungszeichen von Hullabaloo waren die Hullabaloo Dancers, das Peter Matz Orchestra und (in den ersten Shows) Beatles Manager Brian Epstein, der neue britische Bands im schwarzweißen Teil der Sendung präsentierte. Der Rest der Show war in Farbe.

Anstatt eines Moderators schickte NBC jede Woche einen Gastmoderator ins Rennen. Die erste Show war praktisch eine live aus London ausgestrahlte Ready-Steady-Go-Folge. Alle weiteren Folgen wurden ein bis zwei Tage vor der Ausstrahlung aufgezeichnet. Die Bands spielten playback.

Dazu gehörten: The Animals, Sammy Davis Jr., Chuck Berry, The Byrds, The Four Seasons, Martha and the Vandellas, Marvin Gaye, Lesley Gore, Frankie Avalon, The Beau Brummels, Chad & Jeremy, Petula Clark, The Everly Brothers, Marianne Faithful, Freddie & The Dreamers, Annette Funicello, Dobie Gray, The Kingsman, The Kinks, Brenda Lee, The Lovin' Spoonful, The Outsiders, The Rolling Stones, Soupy Sales, The Shangri-Las, Del Shannon, Joe Tex, The Toys, We Five, The Young Rascals, The Zombies.

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Midnight Special

In der Reihe der US-Amerikanischen TV-Klassiker darf "Midnight Special" nicht unerwähnt bleiben. Das NBC-Format präsentierte in 450 Folgen zwischen 1973 bis 1981 rund 1200 Interpreten aus verschiedenen Genres wie Rock, Pop, Country und Soul. Die erste Sendung ging im Februar 1973 on Air. Präsentator der Show war der exzentrische Wolfman Jack. Die Ausstrahlung erfolgte wöchentlich immer nachts um 1 Uhr direkt nach der Johnny Carson Show.

Wegen Carsons starker Fangemeinbde waren die Einschaltquoten für diese Uhrzeit jeweils recht hoch. Und "Midnight Special" war damals für Rock- und Popinterpreten in den USA nahezu die einzige Möglichkeit, ihre Musik live einem breiten TV-Publikum vorzustellen. Die Alternativen waren das lippensynchrone "American Bandstand" und das sonntägliche "Don Kirshner´s Rock Concert" mit weniger Reichweite.

Und so liest sich die Gästeliste wie das Who-is-Who der damaligen Rock- und Popwelt. Dazu zählen The Guess Who, Argent, Steely Dan, Heart, Rod Stewart, Aerosmith, Ray Charles, Aretha Franklin, Helen Reddy, Prince, Tom Petty, Donna Summer, Steppenwolf, The Jackson, ABBA, Greg Allman, Bay City Rollers, Chuck Berry, Blondie, James Brown, Ray Charles, Jim Croce, E.L.O., Fleetwood Mac, Queen, Todd Rundgren, Santana und Elton John.

Die Bänder der "Midnight Special"-Show schlummern heute in den Archiven des Musiksenders VH-1 und gelangen von dort immer mal wieder zur Ausstrahlung – leider nicht in Deutschland. Zum VH1-Archiv gehören ferner die Sendungen: The Sonny and Cher Show, American Bandstand, The Smothers Brothers Comedy Hour, The Dick Cavett Show

Episode Guide

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Music Scene

Music Scene war eine recht kurzlebige Musik-/Comedy-Show des US-TV-Senders ABC. Zwischen dem 22. September 1969 und dem 12. Januar 1970 traten dort aber immerhin so großartige Rocklegenden wie Janis Joplin, Ten Years After und Crosby Stills Nash & Young auf, die live spielten – keine Selbstverständlichkeit in den Musiksendungen der damaligen Zeit. Die Titelauswahl der Show beruhte auf den Hitlisten der Zeitschrift Billboard.

Unter den sechs Moderatoren war auch die damals unbekannte Lily Tomlin, später ersetzt durch den Comedian David Steinberg. Produzenten waren Ken Fritz und Stan Harris, die auch in ähnlichen Showformaten wie der "Smothers Brothers Comedy Hour" involviert waren. Die große Musikalische Bandbreite von Pop und Rock über Soul bis Country angereichert mit Comedy-Elementen gilt u.a. als Grund für das schnelle Verschwinden des Formats nach nur vier Monaten: zu gemischt.

Das amerikanische Label Mpi hat inzwischen mehrere DVDs mit den Music Scene Shows auf den Markt gebracht. Zu beziehen sind sie beispielsweise über Amazon.com

Gästeauswahl: James Brown, Crosby, Stills, Nash & Young, Joe Cocker, Merle Haggard, Isaac Hayes, Richie Havens, Janis Joplin, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Lulu, Roger Miller, Buck Owens, Charley Pride, Lou Rawls, Della Reese, Bobby Sherman, B.B. King, Sly & the Family Stone, Smokey Robinson & the Miracles, the Everly Brothers, the Grass Roots, the Rascals, the Temptations, Three Dog Night, Creedence Clearwater Revival, Neil Diamond, James Brown, Dusty Springfield, Davy Jones, Della Reese, Chuck Berry, Tony Bennett, Johnny Cash, John Sebastian, Buffy Sainte-Marie, Groucho Marx, Gordon Lightfoot, The Cowsills, Pete Seeger, Mama Cass Elliot, Sergio Mendes & Brasil '66, Janis Joplin, Jerry Butler, Frankie Laine, Judy Collins u.a.

Episode Guide

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Der Vorhang des Beat-Club war kaum gefallen, da öffnete am 13. Dezember 1972 der Nachfolger Musikladen in den Studios von Radio Bremen bereits seine Pforten. Gleich geblieben war Regisseur Leckebusch und Moderatorin Uschi Nerke. Neu war Komoderator Manfred Sexauer und größtenteils das Konzept. Statt progressiver Rockmusik, wie sie der Beat-Club zuletzt auf Kosten der Einschaltquoten geboten hatte, setzte der Musikladen auf eine Mischung aus Jazz, Pop, Rock und allen möglichen Stilrichtungen. Dazu kam in den ersten Jahren die Blödeltruppe "Insterburg und Co" sowie eine zeichnerische Einlage in Gestalt eines Cartoons - mehr oder weniger witzig. Das gilt auch für die Darbietungen der Insterburger um Karl Dall, die bald im Groll schieden. Eine feste Größe wurde schon bald der Oldie nach Wahl. Modus: Aus vier Titeln - zumeist Clips aus dem Beat-Club - wurde einer von den Zuschauern per Telefon zum Sieger gewählt und am Ende der Sendung gezeigt. Der Zweitplatzierte durfte in der nächsten Show noch einmal an den Start gehen.

Das aus Rocksicht erfreuliche der ersten Musikladenjahre war bis etwa 1975: Die meisten Bands spielten live und die Auswahl der Interpreten war zumindest noch halbwegs progressiv. Statt Roxy Music, Dr. Hook, Johnny Winter und Little Feat dominierten dann später Bands wie Pussycat, The George Baker Selection, Al Bano & Romina Power und Boney M, die gleich 15! Mal da waren Die seichte Mixtur hielt an bis zum Ende der Show am 29.11.1984, der 90. und letzten Sendung. Das letzte halbe Jahr stand Manfred Sexauer übrigen snicht mehr Uschi Nerke, sondern Christine Röthig zur Seite. Ab der 33. Sendung wurde übrigens am Anfang und am Ende des Musikladens ein Teil aus «A touch of velvet, a sting of brass» (1965) von Mood Mosaic gespielt - die Erkennungsmelodie der TV-Show.

Ähnlich wie der Beat-Club sendete der Musikladen regelmäßige Specials in denen eine Band oder ein Interpret eine dreiviertel Stunde lang live zu sehen war. Konzert-Highlights setzten Dr. Hook, die völlig betrunken auf die Bühne kamen, Roxy Music, America, The Baker Gurvitz Army und David Bowie, um nur einige zu nennen. Abba-Fans dürfte das Extra vom 21. August 1976 im Gedächtnis haften geblieben sein. Manche Auftritte sind mittlerweile auf DVD erschienen. 

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The Old Grey Whistle Test

Als Gegenpol zu der Singlecharts-orientierten Sendung "Top of the Pops" kreierte TV-Produzent Mike Appleton Anfang der 70er Jahre für BBC 2 ein neues Musikformat. Idee war es nur Albumtitel vorzustellen. Nach den Vorläufern "Color me Pop" und "Disco 2" war nun ein neues Konzept mit neuem Titel angesagt. Die Bezeichnung "Old Grey Whistle Test" geht auf eine alte Gepflogenheit zurück, die Hittauglichkeit von Platten zu überprüfen. Diese wurden der Legende nach in Tin Pan Alley nur dann gepresst, wenn die "Old Greys" – eine Art Gremium – die Melodie mitpfiffen.

Mike Appleton schwebte eine Art Melody Maker für das Fernsehen vor, das heißt eine Sendung, bei der die Musik im Mittelpunkt stehen sollte und nicht der Moderator. Dieser sollte über fundierte journalistische Fähigkeiten verfügen, um seriöse Magazinberichterstattung zu gewährleisten. Und dies ist dem Old Grey Whistle Test 15 Jahre lang gelungen.

Die erste Staffel wurde von Richard Williams präsentiert. Premiere war am 21. September 1971. Die frühen Aufnahmen wurden zum Teil überhaupt nicht aufgezeichnet und sind so der Nachwelt nicht erhalten geblieben. Die Aufnahmebedingungen waren recht primitiv. So war die Tontechnik überhaupt nicht auf das Aufzeichnen von Musik ausgerichtet. Man war also froh, in der ersten Zeit relativ viele Singer/Songwwriter auf dem Hocker sitzen zu haben. Bands wie Alice Cooper waren dagegen nicht so einfach zu händeln. Pro Folge traten zwei Bands auf. Eine wurde nachmittags aufgezeichnet, die andere spielte abends live.

Da amerikanische Interpreten rar blieben und andere wie Led Zeppelin grundsätzlich nicht mehr im Fernsehen auftraten, wurden eigene Musikclips erstellt. So entstanden frühe Popvideos. Schöne Beispiele sind Mike Oldfields "Tubelar Bells" und Led Zeppelins "Trampled under Foot". Produzent der Clips war Phil Jenkins. Inzwischen hatte ab 1972 "whispering" Bob Harris die Moderation übernommen. Er prägte die Sendung in den 70er Jahren. Musikalische Highlights waren David Bowie (1972), Focus (1973), Edgar Winter (1974), Lynyrd Skynyrd (1975). Wegen des geringen Budgets spielte Bowie z.B. seine 3 Songs für 50 Pfund das Stück.

Harris (Foto [r.] mit Graham Nash) schaffte es, in seinen Interviews eine intime Atmosphäre mit Superstars wie Mick Jagger, Robert Plant oder John Lennon herzustellen. Einige Künstler standen bei ihren Auftritten gerade erst an der Schwelle zum absoluten Durchbruch wie Elton John oder Bruce Springsteen, andere erst ganz am Anfang wie U2 oder REM.

In den späten Siebzigern und frühen Achtzigern begann der Old Grey Whistle Test andere Möglichkeiten aufzutun, Livemusik zu präsentieren. So gab es z.B. eine Liveübertragung eines Jethro Tull Konzerts aus dem Madison Square Garden. Eine eigene Reihe "Rock goes to College" wurde kreiert (z.B. mit den Stranglers). Die Punk- und New Wave-Bewegung ging auch am OGWT nicht vorbei. Die Talking Heads, Police, Blondie, Iggy Pop, Ramones und The Damned statteten ihre Besuche ab und boten überzeugende Liveauftritte. Moderatorin dieser Epoche war Annie Nightingale. Weitere Moderatoren: Mark Ellen, David Hepworth, und Andy Kershaw. 1986 fiel der Vorhang für den Old Grey Whistle Test. 30 Jahre nach der ersten Folge hat die BBC eine Doppel-DVD herausgebracht mit über 4 Stunden Musik und Interviews.

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Pop 2 (Pop Deux)

POP 2 war eine Sendung des Französischen Fernsehens (ORTF), die zwischen April 1970 und Dezember 1973 insgesamt 78 Mal ausgestrahlt wurde. Themen waren Rock- und Popmusik bzw. die zeitgenössische Sub- und Pop-Kultur. Moderator und Initiator war Patrice Blanc Francard, der im Wechsel Konzertaufzeichnungen, Interviews und Dokumentarisches mixte. Meist bestand der erste Teil der jeweils rund dreiviertelstündigen Folgen aus Interviews, Konzertschnipseln und redaktionellen Beiträgen und die zweite Hälfte aus einem längeren Musikspecial zu einem bestimmten Interpreten. Darin wurden meist Teile von Konzerten gesendet, die zuvor in der Taverne des Pariser Olympia und in anderen Hallen mitgeschnitten worden waren. Die Stücke innerhalb dieser Konzertparts wurden zumeist ausgespielt. Zwischen den Songs wurden Interviewsequenzen mit den jeweiligen Musikern eingebaut.

Musikalischer Schwerpunkt von Pop 2 war die so genannte progressive Rockmusik, weshalb Bands wie Frank Zappa & The Mothers und Soft Machine sogar mehrmals gebracht wurden. Weitere musikalische Gäste waren The Moody Blues, deren zweiteiliges Konzert offiziell als "The Lost Performance"auf DVD erschienen ist, die Pretty Things, James Gang, Patto, Pink Floyd (St. Tropez-Konzert), Jethro Tull, Family, Deep Purple, Faces, T.Rex, Eric Burdon, The Band, Colosseum, Grateful Dead, Mott The Hoople, Amon Düül II und Rory Gallagher. Die vollständigen Sendungen können per Quicktime-Player auf folgender Internetseite angesehen und käuflich erworben werden.

Alle Pop 2 Folgen

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Ready, Steady, Go

"The Weekend starts here" war das Motto der Lieblingssendung der britischen Mod- und Beat-Generation Mitte der 60er. Ausgestrahlt wurde "Ready, Staedy, Go" aus Rediffusions Londoner Studio in Kingsway, nicht weit entfernt von der "London School of Economics", an der Mick Jagger studiert hatte. Moderatoren waren Keith Fordyce und Cathy McGowan. Letztere wurde schon bald mit dem inoffiziellen Titel "Queen of the Mods" ausgezeichnet.Bild

Im Publikum tummelten sich ausschließlich "coole" Leute, die hippe Kleidung und gute Tanzkünste vorweisen mussten, um die Show schmücken zu dürfen. Die Belohnung war dafür groß. Denn wer dabei war, durfte seine Schulter reiben an so populären Gõsten wie den Beatles, Rolling Stones, Gerry & the Pacemakers, Animals, Dusty Springfield, den Beach Boys, Gene Pitney, Sandie Shaw, Manfred Mann und Marvin Gaye.

Cathy McGowan¦s Part wies einige Parallelen mit dem von Uschi Nerke beim Bremer Beat-Club auf. Bevor sie im Rampenlicht stand, hatte sie einen Bürojob beim Fernsehsender. Und ihre Moderationen wirkten gelinde gesagt nicht besonders professionell. Mangelnde Moderations- und Interview-Techniken glich sie aber durch pure Energie, Enthusiasmus und Stil aus.

Der große Rivale - Top of the Pops der BBC - hatte nie die Bedeutung, Kraft und Glaubwürdigkeit von Ready, Steady Go. Dennoch überlebt TOTP den Zeitgenossen mittlerweile seit mehr als 30 Jahren. Nach vier Jahren fiel für Ready, Steady, Go der Vorhang.

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Rockpalast

Einen kurzen Artikel über den Rockpalast schreiben zu wollen, wäre angesichts der Faktenfülle und der vielen bereits im Netz befindlichen Informationen wie die berühmten Eulen nach Athen zu tragen. Deshalb verweise ich mit folgendem Link auf ein Interview, das Jürgen Brück für die Zeitschrift "Rock- & Pop-Sammlung" im Oktober 1997 mit Peter Rüchel führte. Darin ist eine Menge Historisches und Hintergründiges enthalten.

Noch Ausführlicheres gibt es in Michael Marschs Rockpalast Archiv  und auf der offiziellen Rockpalast-Seite.

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Shindig war eine der ersten Rock-Musik-Shows in den USA, in denen die Künstler live auftraten, darunter absolute Top-Acts der 60er Jahre. Die Sendung wurde moderiert vom LA-Discjockey Jimmy O´Neil und wurde von ABC zum ersten Mal ausgestrahlt am 16 September 1964. Die Hausband waren die Shin-Diggers, später die Shindogs, und die Shindigger Dancers. Die meisten Folgen wurden in schwarzweiß gesendet. Zunächst als halbstündige Show konzipiert, wurde die Sendezeit im Januar 1965 auf eine volle Stunde erweitert.

Im Herbst 1965 wurde die Show in zwei halbstündige Sendungen aufgesplittet, ausgestrahlt Donnerstags- und Samstags-Abend. Ein Teil wurde aus London übertragen und so gaben britische Größen wie die Kinks, Who und die Stones dort Gastspiele. Shindig fand schnell eine ganze Anzahl an Nachahmern in Form lokaler Musik-Shows. Eineinhalb Jahre nach dem Start wurde die Sendung im Januar 1966 eingestellt, um Platz zu machen für ABCs "Batman".

Zu den Gästen dieser anderthalb Jahre gehörten: The Rolling Stones, Tina Turner, The Righteous Brothers, Sonny & Cher, Neil Sedaka, The Beach Boys, The Dave Clark Five, Johnny Cash, Ray Charles, The Supremes, Jerry Lee Lewis, Smokey Robinson & The Miracles, Glen Campbell, Billy Preston, Leon Russell, Marvin Gaye, Sam Cook, The Animals, Jackie Wilson, The Everly Brothers, The Kinks, The Temptations, James Brown, The Mammas & Pappas, The Byrds.

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Smothers Brothers Comedy Hour

BildDie Brüder Dick und Tom Smothers machten sich ab den frühen 1960er Jahren in den USA einen Namen als satirisch inspirierte Musiker. Im Februar startete CBS mit ihnen eine eigene Fernseh-Show, die „Smothers Brothers Comedy Hour“. Doch ahnten die Programm-Macher damals nicht, dass die Smothers-Brüder keineswegs vorhatten, eine handzahme Unterhaltungsshow abzuliefern. Ihre konsequente Haltung gegen den Vietnam-Krieg und die Thematisierung der amerikanischen Gegenkultur in den späten 6oer Jahren führten zu regelmäßigen Eingriffen der CBS-Zensoren in die zuvor aufgezeichneten Sendungen. Ganze Sketche wurden daraufhin aus dem Programm genommen. Die ständigen (Rechts-)Streitigkeiten führten schließlich im April 1969 – nach etwas mehr als zwei Jahren und 72 Episoden – trotz guter Einschaltquoten und hoher Akzeptanz beim vorwiegend jüngeren Publikum zur Absetzung der Show. Spätere Formate mit den Smother-Brothers bei anderen Sendeanstalten reichten nicht an die Qualität der ersten Jahre heran.

Die „Smothers Brothers Comedy Hour” verschaffte späteren Stars wie Steve Martin den ersten Fernsehauftritt und bot vor allem vielen Rock- und Folkkünstlern eine Plattform. Regelmäßige Gäste waren Kenny Rogers, Glen Campbell und Mason Williams, der in einer Folge seinen Welthit „Classical Gas“ spielte. Diese Aufführung mit einem aus lebensgroßen Pappkameraden zusammengestellten Mason-Williams-Orchester steht exemplarisch für den großen Aufwand, der gelegentlich beim Bühnenbild betrieben wurde. Das musikalische Spektrum reichte von Nancy Sinatra über Joan Baez bis zu den Doors und Steppenwolf. Der wohl bekannteste Auftritt, dürfte derjenige der Who am 15. September 1967 gewesen sein. Ihr „I can see for Miles“ und „My Generation“ sind mit dem anschließenden Interview in der Who-Dokumentation „The Kids Are Alright“ verewigt. Von den so genannten subkulturellen Bands waren die Jefferson Airplane mit drei Auftritten am häufigsten in der Show. Aber auch solche Undergroundbands wie die Blues Magoos und Electric Prunes traten bei den Smothers auf. Die Bands und Einzelinterpreten spielten teils live und teils lippensnchron bzw. halbplayback. Offizielle DVD-Veröffentlichungen der Show gibt es leider noch nicht. Im Umlauf sind lediglich recht gute Bootlegs von TV-Wiederholungen.

Zu Gast waren u. a.: The Who, Bee Gees, Jefferson Airplane, The Doors, The Byrds, Donovan, Electric Prunes, Blues Magoos, Steppenwolf, George Harrison, Association, Turtles, Glen Campbell, Joan Baez, Peter Paul & Mary, Mason Williams, Kenny Rogers, Simon & Garfunkel, Sonny & Cher, Buffalo Springfield, Paul Revere & the Raiders, Bobby Gentri, Chambers Brothers

Smothers Brothers Episode Guide

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Supersonic

“ Supersonic war Mitte der 70er Jahre eine relativ kurzlebige britische Musiksendung. Vorgestellt wurden Rock und Popstars der damaligen Zeit von Smokie und den Bay City Rollers über Suzie Quatro und Marc Bolan bis hin zu Baker Gurvitz Army und Thin Lizzy. Dabei erinnert die eigenwillige Präsentation/Moderation ein wenig an die in Deutschland etwas später gestartete Plattenküche. Die erste Staffel "Supersonic" lief von September 1975 bis April 1976, die zweite reichte von September 1976 bis April 1977. Ungewöhnlich, dass dieses Format im Gegensatz zu vielen anderen Musikshows weltweit im Kinderprogramm vormittags lief. Die Bands und Solointerpreten spielten weitgehend zum Playback. Einiges wurde auch in Halbplayback und Weinges live dargeboten. Die folgende englischsprachige Seite enthält einige Informationen zu dem Sendeformat sowie die kompletten Spielleisten:

Supersonic-Episode-Guide

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Am ersten Januar 1964 begann nicht nur ein neues Jahr, sondern auch eine neue Ära des Musikfernsehens: Die BBC strahlte die erste Sendung von „Top of the Pops“ aus. Zunächst sollten sechs Folgen gesendet werden. Daraus wurden bisher über 2000. Und so gibt der Klassiker auch heute noch einen wöchentlichen Überblick, was sich in den Top-40-Charts tut. Das Ende einer jeden Sendung ist die aktuelle Nummer 1. Gespielt wurde meistens playback.

Die erste Band – von DJ Jimmy Saville vorgestellt – waren die Rolling Stones. Sie hatten mit „I wanna be your Man“ soeben die Nr 13 der Charts erklommen. Es folgten Dusty Springfield mit „I only want to be with you“ und die Dave Clarke Five mit „Glad all over“. Die Hollies und die  Swinging Blue Jeans komplettierten das erste Line-up. Dazu gab es eingespielte Filme von Cliff Richard mit den Shadows, Freddy and the Dreamers und den Beatles, die mit „I want to hold your Hand“ eine Nummer 1 hatten.

In den ersten drei Jahren präsentierten Jimmy Saville, Alan Freeman, Pete Murray und David Jacobs die Show. Jede Sendung kam live aus dem Studio Manchester der BBC. Immer wenn eine Band nicht anwesend war, sprangen die TOTP-Dancers ein. 1967 zog TOTP aus logistischen Gründen nach London um. Mit Stuart Henry, Emperor Roscoe, Simon Dee und Kenny Everett bekam die Show auch neue Gesichter – alles Radio 1 DJs. Dazu gehörte später u.a. John Peel. Und so wechselte TOTP von der Beat- über die Flower-Power- in die Glam-Rock-Ära.

Häufige Gäste jener Zeit waren T.Rex, David Bowie und Slade. „Meine Lieblings-Darbietung war Rod Stewart, der Maggie May sang und dabei mit Ron Wood und Ronnie Lane Fußball spielte, während John Peel die Mandoline bediente“, erinnert sich Noel Gallagher von Oasis. 1974 wurde die CCS-Version von „Whole Lotta Love“ neue Titelmelodie. Zuvor war dies ein Percussion-Stück – geschrieben von Johnnie Stewart und Harry Rabinowitz. 1981 schloss sich Phil Lynotts „Yellow Pearl“ an. Weitere Stücke folgten.

In den 80er Jahren waren Party-Atmosphäre und das Video-Zeitalter angesagt – auch bei TOTP. Künstler wie George Michael - damals mit WHAM debütierten dort auf der Mattscheibe. In den 90ern wechselte die Sendung das Logo und íhr Erscheinungsbild. Mittlerweile gibt es die Marke „TOTP“ europaweit – auch im deutschen Fernsehen. Wer in den letzten fast 40 Jahren dort auftrat, ist müßig aufzuzählen. Ein Blick in die Charts genügt.

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Where the Action Is

Als Ableger von American Bandstand ins Leben gerufen, begeisterte die ABC-Produktion Where The Action Is vom 28. Juni 1965 bis zum 31. März 1967 amerikanische Teenager. "Oh, baby, come on, let me take you where the action is/ . . . It's so neat to meet your baby where the action is." tönte es jeden Werktag um 15.30 Uhr aus den Fernsehlautsprechern, wenn der Freddy Cannon "Action" Song die Show eröffnete. Je eine halbe Stunde lang präsentierte Amerikas ältester Teenager Dick Clark in der Regel zwei Gaststars, die lippensynchron Coverversionen aktueller Hits vortrugen. Das ganze an wechselnden exotischen Lokalitäten in den USA, Kanada, England und Japan, bevorzugt an sonnigen Stränden in Gegenwart von tanzenden Bikinigirls. Ab und zu waren auch frühe Promo-Clips wie z. B. "Strawberry Fields Forever" and "Penny Lane" von den Beatles zu sehen.

BildIm Gegensatz zu vielen anderen Musikshows jener Zeit wurde "Action", wie Dick Clark die Sendung nannte, nie im Fernsehen wiederholt oder auf VHS bzw. DVD veröffentlicht. Auszüge der Show sind auf der vierteiligen Videoreihe "The Rock & Roll Collection: Dick Clark's Golden Greats" zu sehen, die aber nur schwer zu bekommen ist. Zum festen Inventar gehörten Dick Clark, Keith Allison, Mark Lindsay, Charlie O'Donnell (Moderator 1965-1967), Linda Scott, Eddie Rambeau, Phil Volk , Drake Levin, Michael Smith , The Knickerbockers (Sub-House Band 1966)), Steve Alaimo, Tina Mason, The Hard Times (Sub-House Band 1966-1967)), The Robbs (Sub-House Band (1966)), Paul Revere & The Raiders (Hausband; Foto links), Jimmy Hibbard (Tänzer) und The Action Kids (Tänzer). Zu den Bands, die in "Where The Action Is" auftraten gehörte nahezu alles, was damals Rang und Namen hatte, z. B. die Turtles, Kinks, Shangri Las, Byrds, James Brown, The Zombies, Lovin Spoonful, Donovan, Herman´s Hermits, Yardbirds und der frühe Captain Beefheart.

Action Episode Guide

Vertiefendes

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